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Im Jahr der Ratte geboren zu sein, muss niemandem peinlich sein. Ganz im Gegenteil. Die Chinesen erwarten dieses Jahr sogar einen Babyboom, weil das Tierkreiszeichen der Ratte ihrem Nachwuchs besonderen Mut und Unternehmergeist verleihen soll.
Die Kombination aus Rattenjahr, der Zahl 2008 mit der Glück und Reichtum verheißenden „8“ und das Jahr der ersten Olympischen Spiele in China regt die Gebärfreudigkeit des Milliardenvolkes besonders an. Weltweit begrüßen die Chinesen nach dem traditionellen Mondkalender in der Nacht zum 7.
Februar das Jahr der Ratte. Das Neujahrsfest ist das größte chinesische Familienfest und wird so kräftig gefeiert, als wenn im Westen Weihnachten und Neujahr zusammenfielen.
Die Ratte ist das erste der zwölf Zeichen im chinesischen Tierkreis. Der Sage nach hockte die Ratte auf dem Kopf des Büffels und bezirzte den Jadekaiser mit ihrem Flötenspiel, so dass er sie als erstes Tier zu sich rief. Jeder Chinese kennt die Geschichte. „Die Ratte legte ihn mit einem Trick rein“, erzählt die 28-jährige Angestellte Zhang Li in Peking. „Deswegen glauben alle Menschen, dass im Jahr der Ratte geborene Kinder besonders schlau sind und auch wissen, wie sie zu Geld kommen können.“ Der erste Platz im Tierkreis lässt außerdem auf Führungsqualitäten schließen. Ratten hätten das „Herz eines Generals“, eigneten sich besonders gut als Politiker und Geschäftsleute, sagt der Volksmund.
Das Jahr verspricht voller neuer Unternehmungen zu sein, aber auch relativ friedlich und stabil, lesen Wahrsager aus dem alten Buch der Wandlungen (I-Ging) heraus. Eigentlich gute Voraussetzungen für die Austragung der Olympischen Spiele , die seit den Spielen 1900 in Paris schon auffällig oft auf Rattenjahre fielen - so etwa die Spiele 1936 in Nazi-Deutschland in Berlin oder 1972 in München. Viele chinesische Paare würden ihr Kind am liebsten am Tag der Eröffnung der Spiele in Peking am 8.8.2008 zur Welt bringen. Das Datum gilt als idealer Geburtstag, da „8“ für die abergläubischen Chinesen überhaupt die beste Zahl ist. Sie wird ähnlich ausgesprochen wie „Reichtum“ in der Aussprache der geschäftstüchtigen Kantonesen. Telefonnummern oder Autokennzeichen mit vielen Achten erzielen immer Rekordpreise.
Der Babyboom ist für die Kinder selbst aber problematisch. Es fängt mit überfüllten Geburtenstationen an, setzt sich mit vollen Klassen in der Schule fort und endet in scharfer Konkurrenz in den Universitäten oder bei der Suche nach einem Arbeitsplatz. Doch „Ratten“ gelten als besonders zäh und klug, können hart arbeiten, entwickeln Strategien, sind flexibel und finden leicht Lösungen. Geld , Macht und Ansehen seien ihnen eine große Motivation, heißt es in chinesischen Horoskopen. Es falle ihnen leicht, Kontakte zu knüpfen, doch seien es eher Bekanntschaften, weniger Freundschaften. Haben sie aber jemanden in ihr Herz geschlossen, sollen sie sich als treuer Freund und Beschützer erweisen.
Berühmte „Ratten“ sind William Shakespeare, die Schauspielerinnen Ursula Andress und Lauren Bacall, der ehemalige US-Vizepräsident und frisch gekürte Friedensnobelpreisträger Al Gore, die früheren US-Präsidenten George Washington, Jimmy Carter und George Bush Senior, die Hollywood-Größen Marlon Brando, Burt Reynolds, Dennis Hopper, Sean Penn, Kris Kristofferson oder die Sängerin Kim Wilde sowie Prinz Charles, der im Jahr der Olympischen Spiele 1948 in London geboren wurde.
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